Smilla Martens möchte ihre Haare abschneiden lassen und sie dann spenden

In wenigen Tagen ist es soweit. Dann wird die elfjährige Smilla Martens aus Oldenswort den Salon von Friseurmeisterin Kirsten Sievers (li.) in Tönning aufsuchen und sich von Maike Bove (re.) die Haare schneiden lassen. Seit dem Kindergarten lässt sich die junge Oldensworterin immer nur die Spitzen schneiden und ihre Haare lang und länger wachsen. Diesmal jedoch hat sich Smilla etwas Besonderes vorgenommen. Sie möchte sich von ihrer Friseurin die langen Haare zunächst zu einem Zopf flechten und dann abschneiden lassen. Und nicht nur das: Anschließend will junge Gymnasiastin ihre glanzvolle Haarpracht nicht verkaufen, sondern spenden – an einen jungen Krebspatienten.

Eine gute Tat

Glänzendes, fast golden anmutendes Haar fällt über ihre Schultern hinweg. Smilla Martens benötigt keinen Kopfschmuck – ihre Haarpracht allein schmückt sie. Jetzt möchte die elfjährige Oldensworterin ihre Haare abschneiden lassen – und spenden.

„Sie hat wunderschönes Haar“, sagt Maike Bove, die der jungen Oldensworterin schon seit vielen Jahren die Haare schneidet. „Die Qualität ihrer Haare sucht ihresgleichen“, schwärmt die Friseurin. „Während normale Haare gewöhnlich einen Zentimeter pro Monat wachsen, sind es bei Smilla mindestens zwei Zentimeter.“ Deshalb hat die Elfjährige trotz ihrer langen Haare relativ häufig einen Termin bei ihr. „Das ist schon eine wahre Pracht“, sagt Kirsten Sievers. Die Inhaberin von „Kirsten’s Frisiersalon“ aus Tönning hat großen Respekt vor der Entscheidung der jungen Smilla, sich die langen Haare abschneiden zu lassen und diese dann einem guten Zweck zur Verfügung zu stellen.

„Ich habe mich im Internet danach erkundigt“, sagt Smilla, die die sechste Klasse des Nordsee-Gymnasiums in St. Peter-Ording besucht. So würde es viele junge Krebspatienten geben, die sich sehnlichst Perücken aus Echthaar wünschen würden, sagt Smilla. Gemeinsam mit ihren Eltern Maike und Sönke Martens hat sie sich schon auf die Suche begeben und in sozialen Medien geforscht. Smillas Eltern lassen ihrer Tochter freie Hand in Bezug auf den künftigen Haar-Empfänger. „Sie ist ganz allein, von sich aus, darauf gekommen, ihre schönen Haare zu spenden“, sagt ihr Vater und erzählt weiter: „Sei hat eine ausgeprägte soziale Ader. Sie möchte anderen Menschen immer gerne helfen.“

Mehr als 1.000 Euro würde Smilla für ihre Haare bekommen, würde sie diese verkaufen, sagt Friseur-Meisterin Kirsten Sievers. Echthaar-Perücken kosten um die 2.000 Euro, für Perücken aus Kunsthaar müssten zwischen 800 und 1.000 Euro auf den Tisch gelegt werden. Überdies würde Echthaar auch bei Haarverlängerungen zum Einsatz kommen und deshalb stark nachgefragt sein.

Aber Smilla geht es nichts um Geld. Sie möchte etwas Gutes tun, jemanden eine Freude bereiten. Irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr wird sie sich deshalb bei Friseurin Maike Bove einen Termin geben lassen – und dann geht’s ab, das Haar. Und mit frischem Schwung ins neue Jahr und zur Schule.

Schulterlang werden ihre Haare dann sein – und dann wieder wachsen. Monat für Monat, jeweils mindestens zwei Zentimeter. Goldenes Haar. Engelsgleich. Ein Traum. Mit ihrer Spende wird Smilla in den nächsten Monaten jedoch den Traum eines jungen Krebspatienten wahr werden lassen: Wunderschönes, echtes Haar.

Text/Foto: Torsten Beetz

 

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Torsten Beetz
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