Klinikum Nordfriesland: Kliniken Niebüll und Husum bereiten Neustart vor

Ein Aufnahmestopp in den Kliniken Niebüll und Husum war vom Kreis Nordfriesland unlängst verlängert worden. In Niebüll gilt dieser bis Montag, 25.01.2021, 18.00 Uhr, und für die Klinik Husum bis Dienstag, 26.01.2021, 07.00 Uhr. Die aktuelle Situation in den Kliniken ist so, dass Niebüll keine Patienten mehr versorgt. In der Klinik Husum wurden mit Stand Freitagmittag sechs Patienten auf der Intensivstation, 24 Patienten auf der Covid-Station und weitere 20 Patienten auf einer „normalen Station“ versorgt. Ob am Montag oder Dienstag kommender Woche tatsächlich der anvisierte Neustart erfolgt, hängt vor allem von einer weiteren Covid-19-Testung der 1.400 Mitarbeiter in Niebüll und Husum ab. Die Niebüller Mitarbeiter werden am heutigen Freitag getestet, ihre Husumer Kollegen sind am Sonnabend eingeplant.

„Wir gehen davon aus, dass wir Montagabend in Niebüll und Dienstagmorgen in Husum wieder mit der Notfallversorgung starten. In Husum wird zudem die Geburtshilfe wiedereröffnet werden“, ist Stephan W. Unger, Geschäftsführer des Klinikums zuversichtlich. Die Entscheidung fällt in einer Video-Konferenz zwischen Sozialministerium, Kreis Nordfriesland und dem Klinikum am Montagnachmittag. Unger weist ausdrücklich darauf hin, dass planbare Eingriffe und die Öffnungen der MVZ-Praxen und Therapiezentren in den Klinikgebäuden Husum und Niebüll damit noch nicht verbunden sei. Bevor diese ambulanten Leistungsangebote wiederaufgenommen werden, wolle man erst den Start der Notfallversorgung und Geburtshilfe abwarten, um zu sehen, wie viel Raum- und Personalkapazitäten erforderlich werden.

Hintergrund ist, dass in der ersten Zeit Patientenzimmer in den beiden Kliniken jeweils nur mit einem Patienten belegt werden. In der Klinik Husum ist zudem eine getrennte Versorgung von „Alt- und Neupatienten“ erforderlich. „Neue Notfallpatienten werden strikt von den Patienten, die zum Zeitpunkt des Neustarts noch auf Station liegen werden, getrennt und auf unterschiedlichen Stationen behandelt“, erläutert Unger das geplante Konzept. Diese Trennung bezieht sich auch auf das Personal, das entweder bisherige Patienten oder aber ab Anfang kommender Woche neu aufgenommene Patienten behandeln wird. „Das ist eine für unsere Personal- und Raumkapazitäten sehr herausfordernde Herangehensweise, die jedoch unumgänglich ist.“

Begleitet wird die Neuaufnahme der Patienten mit einem noch enger gestellten Test-Konzept für Patienten und Mitarbeiter. „Bei Aufnahme werden die Patienten – wie bisher auch – sowohl einen Antigen- als auch PCR-Test erhalten. Der Antigen-Test dient der kurzfristigen Erkenntnis, ob ein Patient womöglich positiv ist. Der PCR-Test dient der Absicherung des Ergebnisses“, so Unger. Danach werden die Patienten in einem Fünf-Tages-Rhythmus und zur Entlassung getestet. Die Mitarbeiter werden nochmalig am Donnerstag / Freitag kommender Woche durch das Gesundheitsamt getestet, danach dann wöchentlich vom Klinikum. In speziellen Bereichen, zum Beispiel auf der Isolierstation, Intensivstation und in der Zentralen Notaufnahme werden den Mitarbeitern zusätzlich zwei Antigen-Teste pro Woche angeboten.

Die Zeit bis zum Neustart wird mit Grundreinigungen und Desinfektionen der beiden Kliniken genutzt. Zudem werden Lager sortiert und aufgefüllt sowie die Mitarbeiter nochmalig mit den Schutz- und Hygienemaßnahmen vertraut gemacht. „Die Situation auf den Stationen – so wird mir geschildert – sei aufgrund der Leere und Ruhe ungewohnt und beklemmend“, erzählt Unger, der selber, wie alle anderen dort nicht benötigten Mitarbeiter, derzeit die Klinikgebäude aus Sicherheitsgründen nicht betreten.

„Die Stimmung ist noch aus einem ganz anderen Grund sehr nachdenklich und erheblich getrübt“, berichtet Unger. „Derzeit werden aufgrund der aktuellen Situation Mitarbeiter und deren Angehörige leider häufiger stigmatisiert“. Nach seiner Ansicht sei das nicht nachvollziehbar. „Vor kurzem noch als Helden der Pandemie gefeiert, werden sie jetzt schräg angeschaut oder können ihre Kinder nicht in der Kita unterbringen“, so Unger. Alle handelnden Personen, sollten nach Ansicht des Geschäftsführers bedenken, dass seine Kollegen aus Medizin und Pflege, diese Situation nicht willentlich oder fahrlässig herbeigeführt hätten. „Alle haben jetzt über Monate ihr Bestes nach bestem Wissen und Gewissen unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit in der Patientenversorgung gegeben und werden dies weiterhin tun“, ist Stephan W. Unger stolz auf seine Mitarbeiter.

 

Quelle/Foto: Klinikum NF