Claudia Pioch fiel aus allen Wolken. „Wie, Doktor Gottwald ist nicht da?“, fragte die 33-Jährige eine Arzthelferin. Dass der Kinderarzt seine Praxis in jüngere Hände abgeben wollte, wusste die Gardingerin schon länger. „Aber jetzt schon?“
Praxisinterne Gründe hätten eine Rolle gespielt, erfuhr Claudia Pioch später. Aber ein Abschied von Dr. Bernhard Gottwald ohne Tschüss zu sagen? Ohne ein Dankeschön? „Das geht gar nicht“, so die dreifache Mutter, die in Windeseile per Internet und Smartphone ein Abschiedstreffen auf dem Praxisparkplatz in der Fischerstraße organisierte.
Unter einen Vorwand lockte Gottwalds Tochter Lisa ihren Vater an seine alte Wirkungsstätte. „Das war gar nicht einfach“, hat sich Claudia Pioch berichten lassen. Doch die Überraschung gelang vollends: Rund 120 Eltern und Kinder warteten auf ihren „Onkel Doktor“, der gerührt und im ersten Moment auch sprachlos das Geschehen auf sich wirken ließ. Nach einem spontanen „Viel Glück und viel Segen“-Kanon stürmten die Kinder mit Rosen auf den Arzt zu. „Nicht nur bei uns Eltern kullerte so manche Träne übers Gesicht“, beschreibt Claudia Pioch den Moment, der wohl nicht nur dem Gardinger Kinderarzt noch lange in Erinnerung bleiben wird. bee

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