Museum Landschaft Eiderstedt zeigt Sonderausstellung
Dass Andy Warhol Osterhasen und Küken verewigte, war für den streng katholischen Künstler kein Zufall. Das Museum Landschaft Eiderstedt zeigt nun Stücke aus einer schleswig-holsteinischen Privatsammlung.
Foto: Amt Eiderstedt
Wer Museumsleiterin Katja Sinn bei der Arbeit beobachtet, stutzt kurz: Beim Hantieren mit den neuesten Exponaten im Museum Landschaft Eiderstedt fehlen die sonst obligatorischen weißen Baumwollhandschuhe. Der Grund ist rein praktischer Natur. Während Hautfett Metallen oder Gemälden schadet, ist hochwertiges Porzellan unempfindlich. Ohne den glatten Stoff hat die Museumsleiterin die wertvollen Stücke fester im Griff – die Gefahr, dass ein Werk „wie ein rohes Ei“ zerbricht, sinkt.
Zwischen Pop-Art und katholischem Glauben
Anlass der Vorsicht ist eine neue Mini-Ausstellung, die Andy Warhols (1928–1987) farbenfrohe Interpretation des Osterfestes zeigt. Dass der „King of Pop-Art“ ausgerechnet Osterhasen, Küken und Frühlingsblumen gestaltete, ist kein Zufall: Warhol wuchs in einer streng katholischen Familie auf und blieb seinem Glauben zeitlebens verbunden.
Die Verbindung zum deutschen Traditionsunternehmen Rosenthal geht auf ein Treffen zwischen Warhol und dem Unternehmer Philipp Rosenthal im Jahr 1980 zurück. Warhol war von der Qualität der Manufaktur beeindruckt, was später zur Vergabe exklusiver Lizenzen führte. Die in St. Peter-Ording gezeigten Stücke stammen aus der „Andy-Warhol-Rosenthal-Studioline“, die zwischen 2001 und 2008 also erst nach Warhols Tod erschien.
Privatsammlung mit New Yorker Wurzeln
Die Exponate gehören der Sammlerin Maritta Hoffmann aus Schleswig-Holstein. Sie lebte in den 1960er Jahren in New York und entdeckte dort Warhols Kunst. Seit Jahren trägt sie gezielt Stücke der Studioline zusammen - nun sind sie der Öffentlichkeit zugänglich.
Die Ausstellung ist noch bis Ende April im Museum Landschaft Eiderstedt zu sehen.
Amt Eiderstedt