Eiderdamm Nord

Tönning: Umweltminister Goldschmidt eröffnet verstärkten Deich

Nach vier Jahren Bauzeit ist der Deich nördlich des Eidersperrwerks fertiggestellt. Eiderstedt gilt als ein Hochwasserrisikogebiet.

Betonelemente auf einer Deichanlage am Eidersperrwerk bei Tönning.

Diese Betonelemente sollen den anbrandenden Wellen am Eidersperrwerk auf dem Deich die Kraft nehmen. (Archivbild) | Foto: Torsten Beetz/Eider-Kurier

Tönning. Um die Westküste Schleswig-Holsteins in Zeiten steigender Meeresspiegel vor Sturmfluten und Überflutungen zu schützen, wurde der Eiderdamm Nord in den vergangenen vier Jahren verstärkt und auf das Schutzniveau eines Klimadeichs ausgebaut. Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) eröffnete nun den neu verstärkten Deich nördlich des Eidersperrwerks bei Tönning, wie das Umweltministerium mitteilt.

 „Der Klimawandel ist real und seine Folgen sind unübersehbar. Der Meeresspiegel ist gestiegen und Sturmfluten treffen uns immer häufiger", sagte Goldschmidt. "Den Schutz unserer Küsten müssen wir an diese Herausforderungen anpassen." Der Eiderdamm Nord schütze eine Fläche von 5.000 Hektar und Sachwerte in Höhe von rund 175 Millionen Euro. Mit der Verstärkung hab die gesamte Region an Sicherheit dazu gewonnen.

Eiderdamm kann erweitert werden

Seit seiner Erstellung vor 53 Jahren habe der Eiderdamm Nord vielen Sturmfluten getrotzt, so die Mitteilung des Umweltministeriums weiter. Die ständig einwirkenden Belastungen durch Wind und Wellen seien jedoch nicht ohne Folgen geblieben. Die gesamte Deichoberfläche weise Risse an den Quer- und Längsfugen auf, sodass Sand ausgetragen wurde und der Deich über die Jahre abgesackt ist.

Aufgrund der Schäden wurde der Landesschutzdeich auf einer Gesamtlänge von 3,85 Kilometern zu einem modernen Klimadeich mit einer durchgehenden Höhe von 9 Meter Normalhöhennull (NHN) ausgebaut, erklärt das Umweltministerium. Klimadeiche besäßen demnach die baulichen Voraussetzungen, um weiter verstärkt zu werden. So könnten sie auch einen zusätzlichen Meeresspiegelanstieg ausgleichen. Am Eiderdamm Nord erfolgt die Baureserve nicht wie üblich mit einer Kappe, sondern durch die Anordnung höherer Störsteine beziehungsweise Wellenabweiser an der Deichkrone.

Deichverstärkung kostet rund 30 Millionen Euro

Die Gesamtkosten für die Deichverstärkung am Eiderdamm Nord betragen rund 30 Millionen Euro. Die Finanzierung der Küstenschutzmaßnahme erfolgte aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sowie aus EU-Mitteln im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).

Beim Eiderdamm handelt es sich um einen Landesschutzdeich. Diese schützenlaut aktuellem Generalplan Küstenschutz des Landes Schleswig-Holstein 433 Kilometer Küste und damit mehr als 90 Prozent der potenziell überflutungsgefährdeten Flächen. Eiderstedt, wie weite Teile der Westküste, gilt demnach als signifikantes Hochwasserrisikogebiet. 

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