Husum verleiht Storm-Preis an Ulf Bästlein
Der Bassbariton Ulf Bästlein erhält den diesjährigen Storm-Preis der Stadt. Die Jury würdigt damit seine jahrzehntelange musikalische Quellenarbeit. Mit der Auszeichnung verbindet der Musiker ein besonderes Aufnahmeprojekt.
Ulf Bästlein im Juni 2025 während einer Veranstaltung zum 150. Geburtstag von Thomas Mann in Husum. | Foto: Thomas Lorenzen
Der Bassbariton und promovierte Germanist Ulf Bästlein wird mit dem Storm-Preis der Stadt Husum ausgezeichnet. Damit würdigt die Jury erstmals einen Sänger.
Der Preisträger überzeugte vor allem mit einer Verbindung von künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion. Die von Bästlein 2020 eingespielten Lieder von Gustav Jenner nach Gedichten von Theodor Storm enthalten Weltersteinspielungen und dokumentieren dabei eine umfassende Archiv- und Quellenarbeit.
Bereits 2004 hat Bästlein zusammen mit dem Pianisten Charles Spencer Lieder nach Gedichten von Theodor Storm eingespielt. Es handelt sich um die erste und bis heute einzige CD, die sich ausschließlich Kunstliedvertonungen von Storms Lyrik widmet.
Ersteinspielungen und historische Quellenarbeit
Ulf Bästlein studierte Altphilologie, Philosophie und Germanistik in Freiburg, Wien und Rom sowie Gesang in Freiburg. Seit 2001 ist er Professor für Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.
Seine Konzerttätigkeiten führten ihn in viele europäische Länder sowie nach China, in die USA und die Türkei. Seit 2000 hat er gemeinsam mit Charles Spencer die künstlerische Leitung der jährlich im Sommer stattfindenden »Liedkunst im Schloss vor Husum« inne.
Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen wurde Bästlein 1999 vom Kulturministerium Schleswig-Holstein zum Professor auf Lebenszeit ernannt, 2018 erhielt er den Hans-Momsen-Preis, 2021 den Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein.
Aufnahmen am Originalschauplatz geplant
Mit der Auszeichnung verknüpft Bästlein ein besonderes musikalisches Projekt: Er spielt Storm-Musik am Originalschauplatz ein. Dafür nutzt er das restaurierte Ibach-Tafelklavier, das der Dichter 1858 von seinem Vater geschenkt bekam und das heute im Wohnzimmer des Dichterhauses in der Wasserreihe steht.
Das aufzunehmende Repertoire gliedert sich in zwei Schwerpunkte. Zum einen sollen Liedkompositionen, von denen belegt ist, dass sie Storm besonders am Herzen lagen, aufgenommen werden, zum anderen Vertonungen der Lyrik Storms, welche den vom Dichter formulierten Anforderungen gerecht werden, indem sie Storms Vorstellung einer ›in Musik gesetzten‹ Sprache hörbar machen.
Der Theodor-Storm-Preis wird alle vier Jahre von der Stadt Husum vergeben. Er ist mit 8.200 Euro dotiert.
Die bisherigen Preisträger waren 2022 die Literaturwissenschaftlerin Regina Fasold, 2018 der Hamburger Regisseur Frank Düwel, 2014 der FAZ-Journalist und Autor Tilman Spreckelsen, 2010 der Schriftsteller Jochen Missfeldt und der Literaturwissenschaftler Christian Demandt.
Die Preisverleihung findet am Freitag, 11. September, um 19 Uhr, im Schloss vor Husum statt. Die Laudatio hält Christian Demandt.
PM Stadt Husum