Freie Fahrt zwischen Tönning und Rothenspieker
Der erste Abschnitt zwischen Tönning und Rothenspieker ist freigegeben. Zwischen Planung und Fertigstellung liegen 13 Jahre.
Die Herren Matzen, Hirte und Hess. | Foto: LBV SH
Weitere Etappe beim Ausbau der Bundesstraße 5 zwischen Tönning und Husum: Gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, Christian Hirte, Nordfrieslands Vize-Landrat Hans-Ulrich Hess und LBV.SH-Chef Frank Quirmbach gab Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute (4. Mai) den ersten dreistreifigen Abschnitt zwischen Tönning und Rothenspieker (Gemeinde Oldenswort) für den Verkehr frei.
In den 76 Millionen Euro Gesamtkosten sind unter anderem sechs Kilometer Wirtschaftswege, die Brücke zur Überführung der Kreisstraße 40, ein Siel-Durchlass und zwei Brücken über die alte Eider enthalten. Die Investitionen trägt der Bund als Bauherr, das Land ist mit rund zwei Millionen Euro beteiligt. Der Bau für den sechs Kilometer langen Abschnitt startete 2021.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt (Datawrapper). Um diesen anzuzeigen, benötigen wir Ihre Zustimmung (Zweck 1: Speichern von Informationen).
„Ich freue mich sehr, dass wir nach Fertigstellung der Knotenpunktverlegung bei Husum im Oktober 2025 nun bereits den angekündigten nächsten Ausbauschritt für die auf knapp 20 Kilometer Länge zwischen Tönning und Husum zur Verbesserung vorgesehene Bundesstraße vollziehen können“, betonte Hirte. „Infrastrukturvorhaben wie die B 5 sind zukunftsweisende Bausteine einer modernen Mobilitätsentwicklung.
Verbesserungen wie hier stärken das regionale und überregionale Verkehrsnetz und eröffnen neue Chancen für Wirtschaft, Bevölkerung und die Standortentwicklung. Dies entspricht unserem Ziel und Anspruch: dem Comeback der Infrastruktur.“
Ausbau muss schneller werden
„Dass zwischen Planung und Fertigstellung dieses Teilstücks fast 13 Jahre liegen, zeigt einmal mehr, dass wir mit unserem Infrastruktur-Ausbau in Deutschland deutlich schneller vorankommen müssen“, sagte Madsen bei der Freigabe.
Die Menschen an der Westküste würden schon viel zu lange darauf warten, dass die B 5 endlich breiter und durch wechselseitige Überholfahrstreifen sicherer werde. Schließlich sei die B 5 als Verlängerung der A 23 nach der A 7 die wichtigste überregionale Nord-Südverbindung des Landes mit einer Brückenfunktion ins westliche Dänemark.
Die verbleibenden drei Bauabschnitte Richtung Husum umfassen insgesamt 12,1 Kilometer und befinden sich derzeit noch in der Planfeststellung. Für den vier Kilometer langen Folgeabschnitt zwischen Rothenspieker bis Reimersbude wird der Planfeststellungsbeschluss noch in diesem Sommer erwartet, für den Abschnitt Platenhörn-Husum Anfang 2027.
Ziel des Landes sei es laut Madsen, den Ausbau zeitnah fortzusetzen. Auch in den nördlichen Ausbau der B 5 – die Ortsumgehung Hattstedt bis Bredstedt – komme wieder Bewegung: Für 2026 sei die Auslegung der Planänderungsunterlagen vorgesehen, nach Abschluss der Anhörungen solle dann der Planänderungsbeschluss erstellt werden. Die Planänderung berücksichtige die derzeit ruhend gestellten Klagen gegen den damaligen Planfeststellungsbeschluss sowie gesetzliche Änderungen.
Autobahnausbau nicht erforderlich
Nach den Worten von Madsen gingen aktuelle Verkehrsprognosen für den B5-Abschnitt zwischen Tönning und Husum von derzeit durchschnittlich 13.700 Fahrzeugen pro Tag im Jahr 2030 aus. Die Trasse für den dreistreifigen Ausbau orientiere sich an der vorhandenen B 5. Nach der Verbreiterung seien wechselseitig angelegte Überholstreifen von ca. 1,8 Kilometer Länge vorhanden. Laut LBV.SH-Direktor Quirmbach bestand eine bauliche Besonderheit in dem wenig tragfähigen Baugrund.
Darum seien zunächst Aufschüttungen mit Drainagen nötig gewesen sowie im Bereich der K40-Brücke über die B 5 der Einbau spezieller Sandsäulen. „Ein autobahnähnlicher Ausbau der B 5 nördlich von Heide bis zur dänischen Grenze – wie in der Region in der Vergangenheit mehrfach gefordert – ist aufgrund der vorhandenen und zu erwartenden Verkehrsmengen mittelfristig nicht erforderlich“, sagte Quirmbach.
Der stellvertretende Landrat Nordfrieslands Hess dankte Bund, Land und dem LBV.SH für die gute Kooperation: „Die Mobilität der Menschen im Kreis Nordfriesland und ihrer Urlaubsgäste ist ohne funktionierende Verkehrsinfrastruktur wie die B 5 kaum vorstellbar. Daher freuen wir uns sehr über den gut ausgebauten Streckenbereich."
LBV/SH