Schneller gründen in Nordfriesland

Bundesdigitalministerium nimmt Kreis in Pilotprojekt auf

Neben Metropolen wie München oder Hamburg ist Nordfriesland Testregion für das Projekt.

Foto: Montage mt/mockupbro/EK

Nordfriesland gehört zu den bundesweiten Vorreitern bei der Digitalisierung von Unternehmensgründungen. Das Bundesministerium für Digitales hat den Kreis in die Pilotphase des Projekts „Schneller Gründen“ aufgenommen. Nordfriesland fungiert damit als Testfeld – in einer Reihe mit Großstädten wie Hamburg, München, Dresden und Düsseldorf. Das hat das Ministerium am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben.

Anmeldung über BundID und Elster

Den Ausschlag für die Nominierung aus Berlin gab die regionale Plattform „startuphafen.sh“. Das Portal startete im April 2025 als Modellprojekt in Nordfriesland und auf Eiderstedt. Es bündelt die zentralen bürokratischen Schritte für Existenzgründer im Netz. Nutzer können dort ihre Anmeldungen bei Gewerbe- und Finanzamt digital erledigen, anstatt Papiere in verschiedenen Behörden einzureichen. Das System greift dabei auf bestehende Schnittstellen wie BundID und Elster zurück.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein, die das Projekt gemeinsam mit Partnern trägt, sieht in dem digitalen Prozess einen großen Gewinn für die Praxis. Seit Anfang 2026 rollt das Land das Open-Source-Programm bereits flächendeckend in Schleswig-Holstein aus. Auch andere Bundesländer haben mittlerweile Interesse an der Software angemeldet.

Gründung in 24 Stunden

Im Kreis Nordfriesland fällt das Projekt auf fruchtbaren Boden. Nach Angaben von Landrat Florian Lorenzen belegt die Region bei der Zahl der Betriebsgründungen pro 1000 Einwohner aktuell den Spitzenplatz in Schleswig-Holstein. Ziel des neuen gemeinsamen Pilotprojekts von Bund, Land und Kommunen ist es nun, eine deutschlandweite digitale Lösung aufzubauen. Damit soll es künftig möglich sein, ein Unternehmen innerhalb von 24 Stunden zu gründen.

Genutzte Quelle: