Quesadilla Kickdown fiebert Musikantenbörse entgegen
Für die Eiderstedter Band „Quesadilla Kickdown“ geht am Dienstag ein Traum in Erfüllung: der erste eigene Auftritt auf der Musikantenbörse. EK-Redakteurin Katrin Pauls sprach mit den drei Musikern.
Foto: Pauls
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, so sagt man. Auf der letzten Musikantenbörse des vergangenen Jahres tauchten plötzlich diverse Aufkleber der Band „Quesadilla Kickdown“ auf.
Freunde der drei Bandmitglieder Finn (22) und Jannes (27) Sünkens sowie Rickert Thiesen (27) hatten diese erstellt und verteilt, um die Popularität der Gruppe zu steigern. Ob das tatsächlich der Grund dafür ist, dass ihre Bewerbung für die diesjährige Musikantenbörse erfolgreich war, wissen die drei nicht. Auf jeden Fall aber freuen sie sich riesig auf ihren bevorstehenden Auftritt und haben, wie es sich gehört, auch reichlich Lampenfieber.
Rockiges aus dem Altneukoog
Geprobt wird für den großen Abend im Altneukoog, im tiefsten Eiderstedt, zwischen Warmhörn und Kaltenhörn. Normalerweise geht es dort eher ruhig und beschaulich zu, aber wenn Finn und Jannes in die Saiten von Bass- und E-Gitarre greifen und Rickert mit seinen Drum-Sticks das Schlagzeug bearbeitet, ist es mit der Ruhe vorbei. „Zum Glück stören wir hier niemanden“, erklärt Jannes. Der Probenraum und das Grundstück, auf dem er sich befindet, gehören Kai Boyens.
Die Brüder Jannes und Finn haben früher mit ihren Eltern nebenan gewohnt und kennen ihn seit Kindesbeinen. Dass sie den Raum nutzen dürfen, beruht ursprünglich darauf, dass sie ihrem Nachbarn einst beim Holztragen geholfen haben. „Wir sind Kai wirklich dankbar dafür, dass wir hier so unkompliziert proben können“, sagt Finn. „Auch wenn er es ab und an vielleicht bereut“, ergänzt sein Bruder augenzwinkernd.
Rickert Thiesen ist ebenfalls in unmittelbarer Nähe aufgewachsen und seit er denken kann mit Jannes befreundet. Schon im Kindesalter haben die beiden mehr oder weniger virtuos gemeinsam Musik gemacht. Jannes hatte seine Gitarre und bekam auch Unterricht.
Rickert konnte seine Eltern früh zu einem eigenen Schlagzeug überreden, das dann allerdings auch Geschenk für mehrere Weihnachten und Geburtstage zugleich war und mit seinem Bruder geteilt werden musste, wie er lachend berichtet. Unterricht hatte er nur kurze Zeit und sich das Spielen mehr oder weniger selbst beigebracht. Der fünf Jahre jüngere Finn Sünkens lernte die ersten Handgriffe auf der Gitarre von seinem Bruder Jannes und war bald mit dabei, wenn die Älteren Musik machten. „Wir haben jahrelang einfach nur aus Spaß und für uns selbst gespielt“, erzählen sie.
Festival-Auftritt mit Gipsarm
Das größte Hindernis auf dem Weg zu einer richtigen Band war neben der Namensfindung die Tatsache, dass sie keinen Sänger hatten. Vor gut zwei Jahren fasste Finn dann den Mut, seine Stimme auch vor Publikum zum Klingen zu bringen.
Ihren ersten Auftritt hatten sie vor zwei Jahren bei „Op de Fenn“, einem kleinen Festival in Tetenbüll. Dass sich Schlagzeuger Rickert kurz zuvor den Arm gebrochen hatte und mit Gips spielen musste, ist eine Anekdote, die jetzt schon in der Band-Geschichte steht.
Seit Jahren sind Jannes, Rickert und Finn Fans der Band „Back to school“. Auf den Husumer Hafentagen und bei der Musikantenbörse wurden sie von denen auch schon mit auf die Bühne geholt. Dass sie nun auf der Musikantenbörse am Dienstag, 11. August, direkt vor ihren Vorbildern auftreten dürfen, freut die drei deshalb ganz besonders.
Wie Quesadilla Kickdown zum Bandnamen wurde
Der Name ihrer Band, „Quesadilla Kickdown“, geht vermutlich auf ein Abendessen beim Mexikaner zurück, bei dem es leckere Quesadillas (mit Käse gefüllte Tortillas) gab. „Und Kickdown klingt irgendwie nach Punk, das fanden wir gut“, erklärt Finn. In jedem Fall macht der Name neugierig auf die Musik. Die bewegt sich im Bereich des Alternative Rock, Lieder von Bands wie „Kings of Leon“ oder „The Killers“ gehören zum Repertoire. Aber auch Punk-Rockiges von „Die Ärzte“, „Kraftklub“ und „Blink 182“ gehört zu den musikalischen Einflüssen der Band.
Eigene Kompositionen gibt es auch, allerdings noch zu wenige, wie die drei finden. Es fehlt schlicht die Zeit. Im richtigen Leben ist Jannes Lehrer an der ETS in Tönning, Rickert ist ebenfalls Pädagoge und absolviert ein weiteres Studium im Bereich soziale Arbeit, während Finn in Flensburg Lehramt studiert. Zu Hause sind die Sünkens-Brüder in Husum, Rickert wohnt in Hamburg.
Derzeit sind sie allerdings oft in ihrem Probenraum anzutreffen, haben sich zum Üben extra Urlaub genommen. Denn die Erwartung an sich selbst ist groß. „Wir kennen die Musikantenbörse seit unserer Kindheit, dass wir da mal mit unserer eigenen Band auftreten, ist ein Traum, der in Erfüllung geht“, sind sich die drei einig.