Boxen statt Boßeln
Der 15-jährige Tönninger Ayman Jaber hat in Nordrhein-Westfalen die Deutsche Meisterschaft im Kickboxen gewonnen. Schon bald zieht es ihn ans Gymnasium nach Flensburg – der nächste Schritt auf seinem ehrgeizigen Weg zum Box-Profi.
Ayman Jaber aus Tönning gilt als Box-Talent. | Foto: Beetz
Seine Gegner sind meistens größer. Dennoch geht Ayman Jaber immer wieder als Sieger aus den Zweikämpfen hervor; zuletzt in Lünen (Nordrhein-Westfalen) bei den Deutschen Meisterschaften der Kick-Boxer. Seit knapp fünf Jahren übt der 15-Jährige diesen Kampfsport im Vollkontakt aus – und das mit großem Erfolg. Fast täglich trainiert der junge Tönninger dafür. Zuhause, in einer Kampfsportschule in Heide und manchmal auch in mehrtägigen Trainingslagern in Albersdorf. Er gilt als großes Talent und sieht im Boxsport auch seine Zukunft. Deutscher Meister in seiner Gewichtsklasse ist er bereits. Er selbst sieht sich aber in den nächsten Jahren auf internationaler Bühne kämpfen und träumt von einer Karriere als Profiboxer.
Ayman: Der Name kommt aus dem arabischen Raum und bedeutet „Der Glückliche“. So richtig glücklich ist Ayman Jaber aber nicht mit der Namenswahl seiner Eltern. Viel lieber hätte er Hassan („Der Schöne“) geheißen, so wie sein älterer Bruder. Auch würde er gerne besser Fußballspielen können als er.
Eine Medaille größer als die Hand
„Da bin ich schon neidisch“, sagt der 15-jährige Tönninger, der die dänische Schule in Husum besucht. „Noch ein Jahr und dann geht’s nach Flensburg“, erzählt Ayman. Aber dazu später mehr. Ayman ist vor wenigen Wochen mit einer Medaille nach Hause gekommen, die größer ist als seine Hand. Sie schimmert golden und wurde ihm wenige Tage zuvor in Lünen (Nordrhein- Westfalen) verliehen. Dort trafen die besten Kickboxer Deutschlands aufeinander – und Ayman Jaber kehrte als Deutscher Meister zurück. Seit knapp fünf Jahren besucht Ayman eine Kampfsportschule in Heide. Parallel spielte er in der Dithmarscher Kreisstadt noch Fußball; im selben Verein wie sein Bruder. Doch im Gegensatz zu ihm konnte er sich nicht richtig durchsetzen – jedenfalls nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte.
„Ich wollte der Beste sein, aber die anderen Spieler waren besser“, gibt der junge Tönninger selbstkritisch zu. „Und dabei habe ich jedes Mal richtig Gas gegeben.“ Auf der Suche nach einer anderen Sportart und als Ausgleich zum Fußball entdeckte Ayman den Kampfsport und zugleich seine neue Leidenschaft – und die Trainer dort sein Talent.
Innerhalb kürzester Zeit war der Eiderstedter als Kickboxer für die Kampfmannschaft im Einsatz. Ging es zuvor lediglich um Fitness, körperliche Stärkung, Technik und Geschicklichkeit, hatte er es nun mit richtigen Gegnern zu tun. Im Vollkontakt, mit freiem Oberkörper, mit voller Kraft. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, habe viel einstecken müssen, aber auch viel gelernt“, erinnert er sich an seine Anfänge. Und im Gegensatz zum Fußball , den er nebenher noch spielte, wurde er beim Kickboxen viel gelobt und hatte Erfolg. „Es hat mir richtig Spaß gemacht, mich zu hauen.“ So traf Ayman die Entscheidung, sich nur noch auf eine Sportart zu konzentrieren.
Bislang nur zwei Kämpfe verloren
Er gab den Fußball auf, „setzte alles auf eine Karte“, wie er sagt, und nahm sich vor, alles zu gewinnen. Denn, so hatte der junge Sportler mittlerweile festgestellt, „der Kampfsport war zu einer Art Hassliebe geworden.“ Schaut man in die strahlenden Augen des Jungen und betrachtet sein charmantes Lächeln, so ist es schwer vorstellbar, dass er damit seine Gegner in Angst und Schrecken versetzt. Tut er auch nicht.
Zwar misst Ayman knapp 1,70 Meter Länge und ist auch nie größer als seine Gegner, ist ihnen aber meistens in punkto Technik, Schnelligkeit und Fitness überlegen. „Und natürlich ist es auch eine Kopfsache.“ Bislang hat der 15-Jährige nur zwei Kämpfe verloren. „Gleich am Anfang, weil ich kopfmäßig nicht gewinnen wollte“, resümiert er. Mittlerweile aber will er alle Kämpfe gewinnen – und das hat er auch. 17 Mal betrat er seitdem die Matte und verließ sie danach stets als Sieger. Und so hatte er bei der Deutschen Meisterschaft in Lünen lediglich einen Kampf zu bewältigen, den Endkampf um den Titel.
Jaber möchte Geld mit Boxen verdienen
Seine möglichen Vorrunden-Gegner wollten nämlich allesamt nicht gegen ihn antreten, weil sie ihm in früheren Kämpfen haushoch unterlegen waren. Seinem Gegner im Finale ließ Ayman Jaber ebenfalls keine Chance und holte sich mit einem klaren 3:0-Sieg die Goldmedaille. Seine Zukunft sieht Ayman jedoch im Boxen. „Wer kennt schon Kickboxer?“, fragt er. Deshalb hat er schon ein klares Ziel vor Augen: Im kommenden Jahr wechselt er an das dänische Gymnasium nach Flensburg.
Dort möchte er sich einer Box-Mannschaft anschließen und nicht mehr nur bei Deutschen Meisterschaften, sondern auch bei Europa- und Weltmeisterschaften als Sieger den Ring verlassen. „Ich möchte später mal viel Geld mit Boxen verdienen. Berühmt werden“, sagt Ayman. Ein Traum. „Aber ein realistischer“, sagt Ayman Jaber selbstbewusst.