Infrastruktur in Nordfriesland

Betreiber nennt Details zum Nordfriesen Glasfaser-Ausfall

Warum dauerte es fast drei Tage, bis die Kunden wieder online waren? In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme nennt „Nordfriesen Glasfaser“ Details.

Foto: net services

Rund 2.000 Kunden in Nordfriesland waren tagelang vom Netz abgeschnitten. Betreiber „net services“ (Marke Nordfriesen Glasfaser) erklärt am Mittwoch die Hintergründe in einer Pressemitteilung.

Auslöser des Ausfalls war die Beschädigung einer zentralen Zuführungsleitung durch Bauarbeiten eines externen Tiefbauunternehmens. Während der Verlegung von Hochdruckleitungen wurde die Trasse zwischen Hamburg und Heide beschädigt, wodurch insgesamt 288 Glasfasern ausfielen und die Versorgung unterbrochen wurde.

Fehlende Meldung des Schadens erschwerte die Suche

Online waren die Kunden ab Freitagnachmittag zunächst über eine kurzfristig geschaffene Ausweichleitung; der beschädigte Strang selbst wurde erst in den Tagen danach repariert.

Dass die betroffenen Kunden erst am vergangenen Freitagnachmittag wieder online gehen konnten, begründet das Unternehmen maßgeblich mit dem Verhalten des Verursachers: Da der Schaden zunächst nicht an den Leitungseigner gemeldet worden sei, habe die exakte Schadstelle erst nach umfangreichen Messungen und Prüfungen im Netz lokalisiert werden können.

Spleißarbeiten in zwei Metern Tiefe

Als die Stelle schließlich gefunden wurde, seien die Reparaturen technisch aufwendig gewesen. Die betroffene Leitung lag in etwa zwei Metern Tiefe unter Gehwegen – in unmittelbarer Nähe zu Stromtrassen und vielbefahrenen Verkehrswegen. Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit und der Tiefe sei es den Technikern vor Ort nicht möglich gewesen, eine einfache Reparaturmuffe zur schnellen Überbrückung zu setzen.

Stattdessen sei ein mehr als 100 Meter langes, komplett neues Glasfaserkabel verlegt worden. Anschließend waren laut Anbieter komplexe Spleißarbeiten erforderlich, bei denen insgesamt drei Glasfaserkabel mit jeweils 288 Fasern präzise miteinander verbunden wurden. Die Instandsetzung erfolgte deshalb im Schichtbetrieb über mehrere Tage hinweg.

Netz läuft wieder – Redundanz eingerichtet

Mittlerweile ist das Netz wieder vollständig in Betrieb und sei durch die geschaffene Ausweichstrecke nun auch redundant angebunden, teilt „net services“ mit.

In der Mitteilung vom Mittwoch bat der Anbieter erneut um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten. „Unser Team hat gemeinsam mit den beauftragten Fachunternehmen mit Hochdruck daran gearbeitet, die Versorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen“, so Inga Lassen, Teamleiterin Marketing und Vertrieb bei Nordfriesen Glasfaser.

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