Klinikum Nordfriesland

Klinikleitung befürchtet Leistungskürzungen für Patienten

Die Führung des Klinikums Nordfriesland warnt vor den Folgen eines Gesetzentwurfs der Bundesregierung. Patienten drohen Leistungskürzungen und längere Wege.

Menschen stehen versammelt vor einem Eingang eines Krankenhauses.

Mitarbeiter des Klinikums versammeln sich mittags vor den Gebäuden in Husum und Niebüll. | Foto: Klinikum Nordfriesland

In den Kliniken Husum und Niebüll haben in der vergangenen Woche von Montag bis Freitag Proteste von Mitarbeitenden stattgefunden. Während der Mittagspausen versammelten sich Beschäftigte vor den Gebäuden in Husum und Niebüll.

Hintergrund der Proteste ist der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Klinikleitung verweist auf direkte Folgen für die Bevölkerung: Klinikum-Geschäftsführer Stephan W. Unger nennt wegfallende Leistungsangebote, verringerte Sprechstundenzeiten sowie weitere Wege als mögliche Konsequenzen. Das Klinikum hat zur Information über die erwarteten Auswirkungen des GKV-Stabilisierungsgesetzes eine Website eingerichtet.

Unger kritisiert, dass das Gesetz die Defizite der Krankenkassen lediglich an die Leistungserbringer im Gesundheitswesen weiterreiche. „Damit sind die Krankenhäuser und Arztpraxen schlicht überfordert“, erläutert Unger. Laut Unger verzeichnen 75 Prozent der Kliniken bereits heute Verluste.

Um den Weiterbetrieb der Krankenhäuser zu ermöglichen, springe in vielen Fällen die Kommune ein, darunter auch in Nordfriesland und Dithmarschen. Die geplante Reform würde beide Landkreise allein im Jahr 2027 mit weiteren Millionenbeträgen belasten, was zu höheren Kreisumlagen führen könne.

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