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Verkehrsberuhigung auf der Selckstraße

Petition des Seniorenbeirates in Tönning gescheitert

Anwohner und der Seniorenbeirat hatten auf Tempo 30 gehofft, doch der Kreis Nordfriesland lehnt ab. Warum in der Selckstraße weiterhin Tempo 50 gilt und wie der Seniorenbeirat nun weiter vorgehen möchte.

Tönning. Fast überall im Stadtgebiet gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Eine Ausnahme ist die Selckstraße, dort gilt Tempo 50. Die Anwohner sind davon wenig begeistert, sie fühlen sich unsicher, wenn sie das Haus verlassen. Die Besucher des Medizinischen Versorgungszentrums sehen das ähnlich.

Die große Mehrheit der Anwohner hat deshalb eine vom Seniorenbeirat Tönning initiierte Petition unterschrieben, in der gebeten wurde, in der Selckstraße den Tönninger Normalzustand einzuführen: 30 km/h. Die zuständige Stelle – der Kreis Nordfriesland – verweist auf die Straßenverkehrsordnung.

Derzufolge sei eine Geschwindigkeitsbeschränkung nicht angebracht, „Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs dürfen nur angeordnet werden, wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung ... erheblich übersteigt.“

Die Selckstraße habe einen übersichtlichen Verlauf und sei ausreichend einsehbar. So könne „die Fahrweise jederzeit den allgemeinen Regelungen der StVO angepasst werden“. In einer so genannten Verkehrsschau im Juli wurde von den zuständigen Stellen die Situation in der Selckstraße bewertet, einschließlich einer Geschwindigkeitsmessung.

Diese ergab, dass der „überwiegende Teil der Kraftfahrer“ nicht schneller als 50 km/h gefahren ist. Andere verkehrsrechtliche Maßnahmen seien also nicht erforderlich – so der Kreis Nordfriesland in einem Schreiben.

Nun kann man die Frage stellen, warum das auf der Selckstraße so ist, aber nicht auf fast allen anderen Straßen Tönnings. Radfahrer und Fahrer von E-Scootern haben die Antwort auf ihre Weise gefunden. Sie nutzen auf der Selckstraße die Bürgersteige zum Weiterkommen – was die Situation für die Fußgänger nicht sicherer macht. Bei den Anwohnern bleibt das Gefühl der Unsicherheit.

Denn daran hat die Gesetzeslage nichts geändert. Der Seniorenbeirat diskutiert nun, wie der Kreis doch noch zum Einlenken bewegt werden kann.

Cover Eider-Kurier 11/2026

Erschienen in Ausgabe 11/2026