Finn Blunck will Mobilitätskultur in Eider-Treene-Sorge-Region weiterentwickeln 

So lebens- und sehenswert die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge für Einwohner und Urlaubsgäste ist, eine zentrale Herausforderung der ländlich geprägten Region bleibt die Mobilität der Menschen. Mit durchschnittlich 60 Einwohnern pro Quadratkilometer ist das Hauptfortbewegungsmittel der private Pkw. Die Abdeckung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist schwach und Alternativen wie Carsharings, Mitfahrbörsen oder E-Bikes sind rar gesät oder unbekannt. Weil das weder finanziell noch in Bezug auf die Umwelt sinnvoll ist, macht sich Finn Blunck (Foto) auf den Weg das regionale Mobilitätsangebot zu verbessern. 

Blunck arbeitet sich seit November als Mobilitätsmanager bei der Eider-Treene-Sorge GmbH ein. Grundlage für seine Arbeit ist ein Klimaschutzkonzept, das die sieben Amtsverwaltungen der Aktiv-Region Eider-Treene-Sorge – Kropp-Stapelholm, Eider, Hohner Harde, Arensharde, Viöl, Eggebek und Oeversee – unter Trägerschaft des Amtes Kropp-Stapelholm erstellen ließen. Übergeordnetes Ziel ist es, die Mobilität und damit die Lebensqualität in der Region nachhaltig zu verbessern sowie die verkehrsbedingten Emissionen in den Gemeinden zu reduzieren. Durch das Aufzeigen von Alternativen zum Pkw und die Unterstützung bei der Entwicklung klimafreundlicher Angebote soll darüber hinaus der Grundstein für eine neue Mobilitätskultur gelegt werden. Finn Blunck soll das Konzept nun umsetzen, wobei er vom interdisziplinären Team der Eider-Treene-Sorge GmbH profitiert. 
„Ich habe neben dem Team auch schon viele engagierte Menschen aus der Region kennengelernt und freue mich darauf, die ersten Projekte mit ihnen umzusetzen und weitere anzustoßen“, so der gebürtige Kieler, der in Trier Wirtschaftsingenieurswesen mit dem Schwerpunkt Umweltplanung studiert hat. Im Rahmen seiner Bachelor-Thesis hat er selbst ein Mobilitätskonzept für das Internationale Deutsche Turnfest 2017 in Berlin erstellt, das Wirkung zeigte: Von ca. 70.000 Teilnehmern fuhren 95 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine solche Quote ist für ländliche Regionen natürlich unrealistisch, wie ihm schon im Vorfeld klar war. Dennoch ist er überzeugt, dass die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge ein großes Potenzial bietet, das Mobilitätsangebot zu verbessern. 

Chancen bieten laut Finn Blunck unter anderem sogenannte Mobilitätsstationen, von denen derzeit eine in Hamdorf umgesetzt wird. Dabei handle es sich gewissermaßen um die „Bushaltestellen der Zukunft“, erklärt er. Diese vernetzen verschiedene Verkehrsmittel und können in einem modularen System durch alternative Lösungen wie Carsharing-Parkplätze, abschließbare Fahrradboxen, Mitfahrbänke und E-Ladesäulen ergänzt werden – je nach Bedarf der jeweiligen Gemeinde. Aber auch Kommunikationsangebote wie Mitfahrerportale können einen wichtigen Beitrag leisten. Unter anderem arbeitet Blunck gerade an der Erstellung der Homepage www.fahrbar.sh für Bürger, Touristen und Kommunen. Der Mobilitätsmanager bietet ihnen über diese Unterstützung als Fördermittellotse und bei der Umsetzung lokaler und regionaler Mobilitätsprojekte. 

Der Blick ist dabei auch auf die Zukunft gerichtet. So lautet ein weiteres Ziel, die regionalen Potenziale von „Power to gas“ zu ermitteln und entsprechende Projekte zu unterstützen. Dabei geht es einfach gesagt darum, temporäre Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien in eine speicherfähige Form wie beispielsweise Wasserstoff umzuwandeln und anderweitig nutzbar zu machen. Das Produkt kann etwa im örtlichen Verkehrssektor Anwendung finden. „Angesichts der hiesigen Diskussionen um stillstehende Windkraftanlagen, überlastete Stromnetze und Entschädigungszahlungen ist „Power to gas“ ein wichtiges Zukunftsthema für Schleswig-Holstein und die Eider-Treene-Sorge-Region“, ist sich Blunck sicher. 

Quelle: Yannek Drees, Eider-Treene-Sorge GmbH 

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Eider-Kurier (Redaktion)

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