Nordfriesland. Viele Brutvögel an Nord- und Ostsee werden immer seltener. Brand- und Küstenseeschwalben sind laut soeben erschienener Roten Liste der Brutvögel in Deutschland vom Aussterben bedroht. Sie teilen das Schicksal mit den Zwergseeschwalben, die bereits 2007 in dieser Kategorie geführt wurden. Mit einem neuen Projekt versucht die Schutzstation Wattenmeer, Seeschwalben und andere bedrohte Küstenvögel besser zu schützen.

 

„Große Kolonien von brütenden Küstenseeschwalben sind im schleswig-holsteinischen Wattenmeer fast nur noch auf den isoliert liegenden Inseln und Halligen zu finden“, berichtet Biologe Klaus Günther, der das Brutvogelmonitoring bei der Schutzstation Wattenmeer koordiniert. Probleme bereitet den gewandten Flugkünstlern die Zunahme von Frühjahrshochwassern, die als Vorboten der globalen Erwärmung gelten. Bleiben Eier oder Jungvögel von diesen Wetterereignissen verschont, können sie zu Leckerbissen für Marder, Fuchs oder andere Beutegreifer werden.

 

„Den zierlichen Zwergseeschwalben wird zudem zum Verhängnis, dass sie zur Jungenaufzucht mit erholungssuchenden Menschen die Vorliebe für Sandstrände teilen“, erklärt der Biologe. Schnell sei ein Gelege unabsichtlich zertreten oder ein Vogel vom Nest verjagt. Auf Föhr, Sylt und in St.Peter-Ording errichteten die Naturschützer in diesem Jahr an den Brutplätzen verschiedener Küstenvogelarten flexible Ruhezonen, um die Neststandorte zu schützen. Zusätzlich zu diesen kleinräumigen Umzäunungen wird an anderer Stelle zur Abwehr von Beutegreifern der Einsatz von Elektrozäunen erprobt. Der Erfolg dieser von der Commentz-Stiftung geförderten Maßnahmen wird genau dokumentiert.

 

„Wir wollen mit dem Projekt die Schutzbemühungen für die gefährdeten Brutvögel verstärken und Erfahrungen sammeln, um unsere Schutzkonzepte in den kommenden Jahren weiter zu verbessern“, sagt Vogelkundler Günther. Profitieren können die Küstenseeschwalben davon schon im nächsten Jahr, wenn sie vom Langstreckenflug aus den Überwinterungsgebieten am Südpol an ihre Brutplätze im Wattenmeer zurückkehren.

 

Quelle: SCHUTZSTATION WATTENMEER

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Eider-Kurier (Redaktion)

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