Elmshorn – Die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen, Pinneberg und
Steinburg erhalten zusammen rund 800.000 Euro aus dem Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF). Sie setzten sich mit ihrem
Projekt „Rückenwind – Jugendmobilität Westküste“ bei dem bundesweiten
Wettbewerb „Kommunen Innovativ“ durch. Dies gaben die
Landräte, Dr. Jörn Klimant (Kreis Dithmarschen) Oliver Stolz (Kreis
Pinneberg), Torsten Wendt (Kreis Steinburg) und Burkhard Jansen
(Kreis Nordfriesland, Leiter des Fachbereichs Kreisentwicklung, Bau,
Umwelt und Kultur) auf der Lenkungsausschuss-Sitzung der Regionalen
Kooperation Westküste am Dienstag, 19. April 2016, in Elmshorn
bekannt.

Die vier Kreise verfolgen mit dem kreisübergreifenden Mobilitätskonzept das Ziel, die Jugendarbeitslosigkeit zu senken. „Ich freue mich sehr, dass die
Kreise den Zuschlag für das gemeinsame Projekt erhalten haben. Dieser Erfolg ermöglicht es uns, nachhaltig und langfristig jungen Menschen mehr
Perspektiven für ihre berufliche Zukunft in der Region zu eröffnen“, erklärt der Landrat des Kreises Dithmarschen Dr. Jörn Klimant. Das Verbundprojekt der Kreise entstand im Rahmen der Regionalen Kooperation Westküste unter Federführung des Kreises Dithmarschen. Für das
Projekt sollen vier neue Stellen, jeweils eine in jedem Kreis eingerichtet werden. Die sogenannten Mobilitätsfachkräfte werden ab Mitte des Jahres
Praktikums- und Ausbildungsplätze akquirieren sowie Schulabgängerinnen und Schulabgänger, Betriebe und Schulen beraten. Die Koordinierung dieses kreisübergreifenden Netzwerkes übernimmt der Kreis Dithmarschen. „Die enge Zusammenarbeit in der Kooperation zahlt sich aus“, sagt Landrat Oliver Stolz, Vorsitzender der Regionalen Kooperation Westküste. „Die Ver-besserung des Übergangs von der Schule in den Beruf ist in allen vier Kreisen ein wichtiges Thema“, so der Landrat des Kreises Pinneberg. Mobilität übernimmt bei der kreisübergreifenden Bekämpfung der Jugend-arbeitslosigkeit eine Schlüsselrolle. Zum einen soll die Infrastruktur für Ju-gendliche angepasst und transparenter werden, damit sie zum Beispiel mit dem ÖPNV von ihrem Wohnort aus gut ihre Ausbildungs- oder Praktikums-stelle erreichen oder Übernachtungsmöglichkeiten für die Dauer eines Praktikums finden können. Zum anderen sollen junge Menschen zum Blick über den Tellerrand ermutigt werden. Denn die beruflichen Chancen steigen, wenn sie sich auch außerhalb ihres Heimatortes auf Praktikums- und Aus-bildungsplatzsuche begeben. „Die Kommunen spüren die Folgen der Jugendarbeitslosigkeit und des de-mografischen Wandels“, macht Burkhard Jansen deutlich, der Leiter des Fachbereiches Kreisentwicklung, Bau, Umwelt und Kultur des Kreises Nord-friesland. Er vertrat Landrat Dieter Harrsen in der Sitzung. „Deshalb ist es wichtig, die Fachkräfte von morgen frühzeitig an die Region zu binden und so die Wirtschaftskraft der Region zu sichern“, so Jansen. Landrat Torsten Wendt ist sich sicher: „Durch dieses gemeinsame Projekt können wir erreichen, dass das Schwerpunktthema ‚Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit‘ nicht nur theoretisch noch mehr an Bedeutung ge-winnt, sondern ganz praktisch Rückenwind bekommt. Greifbare Perspektiven für junge Menschen können wir nur mit gemeinschaftlichem Engagement bieten.“ Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte die Fördermaßnahme „Kommunen Innovativ“, um Regionen bei der Gestaltung und Bewältigung des demografischen Wandels durch neue Ideen und Konzepte zu unterstützen. Zentral hierbei ist, die räumlichen Auswirkungen des demografischen Wandels mit einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Regionalentwicklung der Land- und Flächenressourcen zu gestalten. Dabei sollen durch Kooperationen von Kommunen mit Wirtschaft, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen neue Impulse für die Zukunft der Regionen in Deutschland gesetzt werden. Der Bund fördert das Projekt „Rückenwind – Jugendmobilität Westküste“ der Regionalen Kooperation Westküste vom 1. Juli 2016 bis 31. Mai 2019. Die Regionale Kooperation Westküste (ehemals „Regionale Kooperation A23/B5“) ist ein Zusammenschluss der Landkreise Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg, der Industrie- und Handelskammern zu Kiel und zu Flensburg sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kreise (Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel mbH, WEP Wirtschaftsförde-rungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg mbH, Wirt-schaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH). Seit Anfang 2014 übernimmt das bei der Projektgesellschaft Norderelbe in Itzehoe angesiedelte Regionalmanagement Westküste/Unterelbe hauptamt-lich die Geschäftsführung der Kooperation. Ziel ist es, die Wirtschaftsstruktur und Innovationskraft an der Westküste zu stärken. Dafür bündelt das Regionalmanagement die Kräfte und koordiniert Vorhaben für die Zukunftsfähigkeit der Westküsten- und Unterelberegion. Es wurden unter anderem eine Machbarkeitsstudie zum Aufbau eines Schnellladenetzes und ein kreisübergreifendes Gewerbeflächenentwicklungskonzept auf den Weg gebracht. Weitere Informationen zur Regionalen Kooperation Westküste unter www.rk-westküste.de.

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