„Ehrlich, ihr macht das schon 20 Jahre?“. Diese erstaunte Frage hören Marion und Hans-Ludwig Dittmer, der in dritter Generation das Haushaltswarengeschäft Boye Hamkens, Am Markt 5, betreibt, in diesen Tagen häufig. Zwar wurde das nicht groß gefeiert, aber ein Glas Sekt oder Saft zur Feier des Tages musste dann doch sein. 

Eigens von der Deutschen Post AG aus Hamburg kam Vertriebsmanager Matthias Schenck in die historische Hafenstadt gefahren. Im Gepäck einen Blumenstrauß, eine Urkunde für die Wand der Poststelle, einen Aufkleber für die Tür und besondere Wertmarken zu 20 Jahren Poststelle, die die Philatelisten sicher als Sammelobjekt auf den Plan rufen werden.
Vor 20 Jahren machte die Post ihre Filiale in der Westerstraße zu und die Dittmers griffen zu. „Wir haben zwar nicht gerade ‚hier‘ geschrien“, erinnert sich Hans-Jörg Dittmer, „aber die Post musste unbedingt in der Innenstadt bleiben, das war uns sehr wichtig.“ Diese Einstellung prägt die gesamte Arbeit des Kaufmannpaares, das unter ihrem Dach Haushaltswaren, Werkzeuge, Geschenkartikel namhafter Hersteller, Schlüsselfertigung, 24-Stunden-Buchbestellservice Reinigungsannahme und eben die Poststelle vereint.

„Es ist vor allem für unsere älteren Bürger so wichtig, dass alles fußläufig erreichbar ist“, ergänzt Marion Dittmer. Aber nicht nur die schätzen den Service „alles unter einem Dach“, auch touristische Stammkunden hat das Kaufhaus Hamkens reichlich. 
Die Poststelle wäre aber nichts ohne die geschätzten Mitarbeiterinnen Gunda Biemann und Erika Weiss, die schon seit den Anfängen dabei sind und Veronika Ahlhelm, die seit einem Jahr das Team ergänzt. 
Vieles hat sich verändert in 20 Jahren, erinnern sich alle noch. Damals gab es noch die D-Mark, es wurden handschriftlich Listen geführt und bei Auszahlungen die Sparbücher über den Tresen gereicht. Man konnte Fahrkarten für den Postbus buchen, Eintrittskarten kaufen oder Pralinen verschicken.

Heute ist selbstverständlich alles digital und der Datenschutz wird so groß geschrieben, dass der direkte Schalterbereich nicht mal mehr fotografiert werden darf. 
Dafür sind neben allen gängigen Postdienstleistungen aus der Brief-, Paket- und Finanzdienst inzwischen andere Möglichkeiten dazugekommen. So kann man per „Western Union“ Geld transferieren und wer mag, holt schnell seine Post aus dem Postfach ab. Geblieben ist aber immer der freundliche, herzliche Umgang und die familiäre Atmosphäre, die die Kundschaft nicht nur bei den Mitarbeiterinnen der Poststelle lieben sondern im ganzen Haus. Und so hoffen sie alle, dass es die Poststelle mitten in der Innenstadt auch weiterhin geben wird.

Text/Foto: Petra Blume