Garding. Zum Einkaufen, zum Arzt, zum Friseur oder zum Sport, aber auch zur Badestelle nach Vollerwiek oder nach Westerhever – all diese Wege können Einwohner und Gäste in und um Garding ab der kommenden Woche dank eines neuen Rufbus-Angebotes auch ohne eigenes Auto bewältigen. Dass dieses Pilotprojekt gerade im Kooperationsraum Eiderstedt startet, wurde durch eine enge Zusammenarbeit vieler Akteure möglich.

Uwe Schwalm, Kreistagsmitglied, stellvertretender Landrat und selbst Bürger Eiderstedts, gilt seit einem Zeitungsbericht in der Anfangsphase als „Vater des Rufbusses“. Schwalm blickte zurück auf die vergangenen drei Jahre, in denen das Projekt entwickelt wurde. 2014 besuchte er mit einer nordfriesischen Delegation unterschiedliche Modelle in ganz Deutschland. Das Konzept im Altmarkkreis Salzwedel sei dabei am ehesten übertragbar auf Nordfriesland gewesen, so Schwalm. Um das Rufbussystem langfristig im Kreis zu etablieren, wurde zunächst eine Pilotregion gesucht. „Der Kooperationsraum Mittleres Eiderstedt war durch die gute Zusammenarbeit der ländlichen Gemeinden am weitesten fortgeschritten und gut geeignet, erste Erfahrungen mit der Umsetzung zu sammeln“, erklärt Schwalm die Auswahl.

Eiderstedts Amtsdirektor Herbert Lorenzen sieht in der Mobilität eine zentrale Herausforderung, die angesichts des demografischen Wandels immer bedeutsamer für die Kommunen wird. Allerdings machte er auch deutlich, neue Angebote wie der Rufbus nur gelingen können, wenn die Menschen sich darauf einlassen. „Wir haben hier gemeinsam etwas geschaffen, das sich entwickeln soll“, sagte Lorenzen. Anregungen seitens der zukünftigen Nutzer seien in diesem „lernenden System“ ausdrücklich erwünscht. Deshalb wünscht sich der Amtsdirektor, dass möglichst viele Eiderstedter die Nummer 04862-1000788 anrufen und den Rufbus ausprobieren.

Um die Menschen zu motivieren, sollen neben Informationsbroschüren und einer Homepage auch mehrere attraktive Veranstaltungen rund um den Rufbus organisiert werden. Uwe Schwalm, der privat Saxofon spielt, deutete an, dass die richtige Musik aus früheren Zeiten sehr nützlich sein könne, um ältere Menschen für die Mitfahrt im Bus zu begeistern. Für Jugendliche haben die Organisatoren ein kostenloses WLAN-Angebot geschaffen. Einig waren sich alle Anwesenden, dass mit dem Start die Arbeit nicht abgeschlossen ist. Schwalm weiß: „In Salzwedel hat er vier Jahre gedauert“, zeigt sich aber hinsichtlich der engagierten Mitstreiter zuversichtlich: „Mit viel Kreativität und Gestaltungsfreude kriegen wir das schneller hin.“

Das Pilotprojekt in enger Zusammenarbeit mit der Autokraft GmbH wird bis Mitte 2018 laufen. Wenn in dieser Phase ermittelt wurde, wie das Angebot am besten für die Bürger zugeschnitten werden kann, soll der Rufbus im Anschluss auf den gesamten Kreis ausgeweitet werden. Alle Informationen und den Fahrplan des Rufbusses finden Sie unter www.rufbus-eiderstedt.de. Anregungen und Wünsche werden gern unter rufbus@amt-eiderstedt.de oder 04841-663190 entgegen genommen.

 

Auf dem Bild V.l.n.r.. zu sehen: Uwe Schwalm, Herbert Lorenzen, Katja Andresen (Amt Eiderstedt), Claus Röhe (Aktiv-Region), Andrea Kummerscheidt (Garding), Michael Kierek (Autokraft), Dirk Lautenschläger (Welt), Lena Uhle(Autokraft).

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