Sein Meisterstück steht in der Werkstatt seines Vaters. Es sind gleich zwei Stücke. Auf der einen Seite ist die Ecke eines Bades – auf der anderen Seite die Ecke des dazugehörigen Schlafzimmers. Beide Ecken sind mit unterschiedlichen Materialien gestaltet und doch sieht man auf den ersten Blick, dass sie zusammengehören. „Das war die Prüfungsaufgabe und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, diesen Raum zu entwerfen und dann auch fertig umzusetzen. Es freut mich natürlich doppelt, dass ich unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Besten ausgezeichnet wurde“, erklärt Marten Röckendorf (27). Doch damit nicht genug. Gleichzeitig zählte Marten Röckendorf zu den „Top Ten“ der Prüfungsbesten aus 453 Meisterprüfungen in 20 Handwerksberufen. Er bekam als prüfungsbester Maler- und Lackiermeister seine Meisterurkunde von Ministerpräsident Daniel Günther persönlich überreicht.

Foto1 Bestenehrung

Die Prüfungsbesten: Ministerpräsident Daniel Günther (re.) überreichte auch Marten Röckendorf (5. v. r.) einen Meisterbrief. Foto: Siltz

Seine Ausbildung zum Malergesellen machte Marten Röckendorf im elterlichen Betrieb in Friedrichstadt. Vater Sönke Röckendorf verrät: „Marten wollte eigentlich Kfz-Mechaniker werden und hatte seine Ausbildung als Zweitbester abgeschlossen, nur darum habe ich ihm seinen Wunsch erfüllt und ihn zuhause eine zweite Ausbildung machen lassen. Seine zweite Gesellenprüfung schloss er ebenfalls als Zweitbester seines Jahrgangs ab. Meine Frau und ich haben ihn zu nichts gedrängt, aber jetzt sind wir ganz glücklich, dass er den Familienbetrieb in dritter Generation weiterführen wird.“

Beide Großväter von Marten Röckendorf waren dem Malerhandwerk verbunden und verdienten damit ihren Lebensunterhalt. Und auch sein Vater wusste schon früh, dass er einmal Malermeister werden würde. Bei dem jüngst Ausgezeichneten selbst war das zunächst anders – er wollte lieber an Autos schrauben. Schnell bemerkte er aber, dass das Kfz-Handwerk ziemlich viel mit Elektronik zu tun hat. „Das war einfach nicht mein Ding, aber ich habe die Ausbildung beendet“, sagt Marten Röckendorf. Als er dann seine Ausbildung im elterlichen Betrieb begann, fuhr er das erste Mal überhaupt mit seinem Vater zu einer Baustelle. „Ich habe gleich gemerkt, dass mir diese Arbeit richtig Spaß machen wird“, freut sich der junge Mann. Nach Beendigung der Ausbildung besuchte er neben seiner täglichen Arbeit zweieinhalb Jahre die Fachschule für Farben in Husum. Die Meisterschüler dort kommen aus ganz Schleswig-Holstein. Sie alle standen vor der gleichen praktischen Prüfungsaufgabe: Unter einer vorgegebenen Zeit sollte ein Raum möglichst mit umweltfreundlichen Materialien, mit wenig Lösungsmitteln und wenig Kunststoffen, gestaltet werden. „Das ist es letztendlich, was unseren Beruf ausmacht. Wir können so kreativ arbeiten und wir sehen abends ganz genau, was wir geschafft haben. Das ist Handwerk und das ist es, was ich liebe“, so Marten Röckendorf. Sein Bad gestaltete er mit versiegeltem Mikrozement, die Wände zieren selbstgestaltete Ammoniten. Im Schlafzimmer wurde mit einer neuartigen Spachteltechnik gearbeitet und beides zusammen macht einen geschmackvollen Eindruck. Die Mutter des jungen Malermeisters, Sybille Röckendorf, die selbst auch den Gesellenbrief als Maler und Lackierer vorweisen kann, übernahmen den Betrieb mit ihrem Mann im Jahr 1998. Sie sagt mit einem Augenzwinkern: „Opa Ostrohe hat das immer schon gesagt, dass in Marten ein Maler steckt. Wie recht er hat.“

Kontakt: Röckendorf Maler, Glaser, Bodenleger, Brückenstraße 18, 25840 Friedrichstadt; Telefon 04881.525; www.maler-roeckendorf.de

Foto: Sommer/Silz, Text: Bärbel Sommer