Seit dem 19. September 2017 verfügt der Kreis Nordfriesland über einen
eigenen Auftritt auf Facebook. »Unser Ziel ist es, mehr Transparenz in das
Handeln der Verwaltung zu bringen«, erklärt Landrat Dieter Harrsen.

In Gesprächen stelle er regelmäßig fest, dass viele Menschen sich ernsthaft
für die Arbeit des Kreises interessieren. »Auch wenn ich ihre Fragen gern
beantworte, darf das nicht von zufälligen Begegnungen abhängen. Uns fehlt
bisher ein leicht zugänglicher, ständig offener Kommunikationskanal zwischen
Bürgern und Verwaltung. Mit Facebook wollen wir diese Lücke schließen.«

Da die sozialen Medien auch manche Fallstricke bereithalten, beauftragte
Harrsen die Pressestelle des Kreises, eine Strategie für eine eigene
Facebook-Seite zu erarbeiten. Den letzten Schliff erhielt sie von Brian
Zube, dem ersten Social Media-Manager der Verwaltung.

Der 22-Jährige hat im Juni sein beim Kreis absolviertes Studium als
»Bachelor of Arts / Public Administration« beendet. »Ich freue mich auf
diese sehr reizvolle Aufgabe«, sagt Zube. Als erfahrener Nutzer sozialer
Medien ist er selbst seit Jahren insbesondere auf Facebook, Twitter und
Instagram vertreten. Im September hat er in Flensburg ein
bildungswissenschaftliches Studium aufgenommen; seine Rolle als Social
Media-Manager wird er großenteils in Telearbeit ausfüllen.

In der Facebook-Strategie benennt er sechs Zielbereiche, auf die der Kreis
besonders eingehen wird: Dienstleistungen der Verwaltung, Kreispolitik und
-gremien sowie der Kreis als Arbeitgeber, Wohn- und Lebensort,
Wirtschaftsstandort und als Ausflugs- und Urlaubsziel.

»Im Mittelpunkt stehen natürlich die Arbeit von Haupt- und Ehrenamt in der
Verwaltung selbst. Aber wir sollten auch den Blick über den Tellerrand
richten und zum Beispiel auf besondere Ausflugsideen, neue Gewerbegebiete
oder Veranstaltungen hinweisen«, betont Brian Zube.

Er ist Teil eines vierköpfigen Redaktionsteams, das die Postings auf der
neuen Facebook-Seite arbeitsteilig erstellen wird: Johanna Jürgensen von der
Stiftung NF wird auf kulturelle Veranstaltungen und Themen hinweisen, und
Timon Auzinger aus der Personalverwaltung wird Stellenausschreibungen und
neue Inhalte der Kreis-Homepage bekanntmachen.

Pressesprecher Hans-Martin Slopianka wird Hinweise auf Pressemitteilungen
und Gremiensitzungen beisteuern. »Auf Facebook muss alles möglichst kurz und
knackig präsentiert werden«, ist ihm klar: »Wir können nicht einfach
vorhandene Texte hineinkopieren, sondern müssen jeden Beitrag speziell
anpassen. Und wir brauchen jedes Mal mindestens ein Foto oder eine Grafik.«

Die Redaktion ist auf den ständigen Zustrom neuer Ideen aus den
verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung angewiesen. Daher hat jeder
Bereich Mitarbeiter benannt, die diese Koordinierungsfunktion wahrnehmen
werden.

Brian Zube ist für die rechtzeitige Erstellung monatlicher Themenpläne
verantwortlich. »Zu Beginn streben wir durchschnittlich zwei Postings am Tag
an«, erläutert er. »Eine solche Frequenz mit einer bunten Themenpalette
lässt sich nur mit strategischer Planung und Vorbereitung durchhalten. Dafür
nutzen wir mehrere spezielle Apps, die es erleichtern, als Team
zusammenzuarbeiten, auch wenn man nicht am gleichen Ort ist.«

Landrat Dieter Harrsen sieht seine Verwaltung gut auf die neue Aufgabe
vorbereitet. »Trotzdem müssen die Abläufe sich natürlich erst einmal
einspielen«, ist ihm klar. Besondere Hoffnung setzt der Verwaltungschef in
die Möglichkeit, Irrtümern und »Fake News« auf Facebook schnell und effektiv
entgegentreten zu können.

»Da hat es in der Vergangenheit einige Vorfälle gegeben, bei denen wir eine
eigene Facebook-Seite durchaus vermisst haben«, erinnert er sich. »Künftig
wird es uns leichter fallen, Dinge klarzustellen, unser Handeln transparent
machen und bei Bedarf auch die zugrundeliegenden Absichten des Gesetzgebers
erläutern.«

Neuland betritt der Kreis mit der Facebook-Seite nicht: Mehr als 100
deutsche Landkreise nutzen soziale Medien wie Facebook, Youtube, Twitter und
Xing.

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Tönning
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Eider-Kurier (Redaktion)

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