Die Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sind bestürzt. Unbekannte haben eine Staueinrichtung in der Lundener Niederung manipuliert und dadurch die Wasserstandsanhebung aus den Jahren 2014 und 2015 auf einer zehn Hektar großen Teilfläche im Südteil des Gebietes zunichte gemacht.

Das Ziel der Naturschutzmaßnahme ist es, den CO2-Ausstoß bei der Zersetzung des ehemals trockengelegten Moorkörpers zu stoppen und die Lebensbedingungen seltener Arten, wie Blaukehlchen, Rohrdommel und Seeadler, zu verbessern. Es wird mindestens bis zum nächsten Winter dauern, bis der gewünschte Wasserstand durch Niederschläge wiederhergestellt ist.

„Unsere Anstaumaßnahmen zu sabotieren, ist dreist und kein Kavaliersdelikt“, sagt Maria Boness, zuständige Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Hier werden nicht nur wir, sondern auch alle Schleswig-Holsteiner um die Früchte unserer Arbeit gebracht, denn mit dem erhöhten Wasserstand binden wir hier den Klimakiller CO2 und fördern die Artenvielfalt. Besonders ärgerlich ist, dass der Torf jetzt im Frühjahr und Sommer austrocknet und sich zersetzt.“ Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat Anzeige erstattet und hofft, das dies ein Einzelfall bleibt.

Die Lundener Niederung ist Teil des europäischen Schutzgebietssystems „NATURA 2000“. Bedeutsam ist das Gebiet wegen der Vielfalt seiner Lebensräume. Der Mix aus verlandeten Seen und Moorlebensräumen, wechselfeuchte Grünlandflächen, Überschwemmungswiesen und ungenutzten Bereichen bildet ein abwechslungs- und artenreiches Feuchtgebiet. Entsprechend hoch ist die Bedeutung für die Vogelwelt: Rohrdommel, Rohrweihe, Wachtelkönig, Knäkente, Bekassine, Blaukehlchen, Wiesenpieper, Schilfrohrsänger, Braunkehlchen und Bartmeise sind hier noch regelmäßig anzutreffen.

Quelle/Foto: Stiftung Naturschutz

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Eider-Kurier (Redaktion)

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