Aktion der Rotarier: Asylbewerber im Multimar zu Gast

Beim Imbiss im Multimar Wattforum zeigte sich Holm Schmidt, Präsident des
Rotary-Clubs Eiderstedt-St. Peter-Ording, zufrieden. Auf Einladung seines
Clubs hatten rund 30 Asylbewerber das Multimar besucht und sich über das
Weltnaturerbe Wattenmeer informiert. Nun saßen sie gemeinsam mit
Club-Mitgliedern bei Hühnerfrikassee in Curry-Soße und Reis. Die Küche hatte
dafür gesorgt, dass das Essen „halal“ ist, also von gläubigen Muslimen
gegessen werden darf.

Ziel der Einladung – so Holm Schmidt bei der Begrüßung zu Beginn – sei es,
den Flüchtlingen das Wattenmeer näher zu bringen, eine Landschaft auf die
man in Eiderstedt stolz sei. Bei Winterwetter gehe das auch im Multimar. Und
wie das ging. Claus von Hoerschelmann vom Multimar erläuterte gleichermaßen
kenntnisreich wie engagiert das Entstehen der Landschaft – ziemlich jung,
gerade 15.000 Jahre alt – oder auch die Ursachen von Ebbe und Flut. An den
Aquarien erklärte er den Lebensraum der Meeresbewohner. Beeindruckend nicht
nur für die Asylbewerber: das Walmodell mit dem Originalskelett.

Die Erläuterungen wurden von Mohammed Kassem, der schon länger in
Deutschland lebt, ins Arabische übersetzt. Als der wegen eines Termins weg
musste, übernahm Alaa Ahmad, Asylbewerber aus dem Irak, die Übersetzung,
allerdings aus dem Englischen ins Arabische. Die Paschtu-Übersetzung für die
afghanischen Asylbewerber besorgte Zemaray Sadat, der erst im Herbst 2015 in
einem von Ehrenamtlern organisierten Kurs begonnen hat, Deutsch zu lernen.

Claus von Hoerschelmann fand es spannend, einem solch interessierten
Publikum „sein“ Wattenmeer nahe zu bringen. Allerdings hörten nicht alle
konzentriert zu. Etwa ein halbes Dutzend Kinder unter den Asylbewerbern
erkundete das Multimar auf eigene Faust. Zu sehen gibt es ja genug, auch zu
drücken, ziehen oder sonst wie interaktiv zu sein.

Auch Rebecca Mansel vom Diakonischen Werk, die die ehrenamtliche
Flüchtlingshilfe in Eiderstedt koordiniert, fand den Abend gelungen. Der
Besuch im Multimar sei unbürokratisch organisiert worden und das
gegenseitigen Kennenlernen, von dem viel geredet werde, sagt Rebecca Mansel,
wurde hier einfach praktiziert.

Holm Schmidt, der beruflich eine Apotheke in Tönning führt, hat sich
vorgenommen in seiner Präsidentschaft im Rotary-Club bis Mitte dieses Jahres
noch das eine oder andere kleine Projekt für Asylbewerber durchzuführen.
Länger geplant ist schon ein Fußballturnier. Da muss nur noch das Wetter
mitspielen.  B. M.

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