Die Gemeindevertretung von St. Peter-Ording hat auf ihrer Sitzung am Montag, den 12.12.2022, über die Auftragsvergabe der Gewerke für den Bau der neuen Strandbar 54° Nord entschieden. Damit steht endgültig fest: Der Ordinger Strand bekommt einen neuen Pfahlbau.

Mit dem Projekt, die bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebte Strandbar 54° Nord landeinwärts neu zu errichten, beschäftigt sich die Tourismus Zentrale St. Peter-Ording, die den Neubau zu 100 Prozent finanziert, bereits seit einigen Jahren. Der Bebauungsplan ist bereits beschlossen, ein konkreter Entwurf des Niebüller Architektenbüros Limbrecht, Jensen und Rudolph liegt vor und der beim Bauamt im Kreis Nordfriesland eingereichte Bauantrag steht zur Genehmigung aus.

Aufgrund der volatilen Entwicklung von Baustoffpreisen und Handwerkerkosten gab es seitens der politischen Gremien und der Öffentlichkeit viele Rückfragen zu Finanzierbarkeit und Kostenentwicklung des Projektes. Auf einer Tourismus-Ausschuss-Sitzung im September wurde die Entscheidung über den Baubeginn von belastbaren Zahlen abhängig gemacht. Die präsentierte Katharina Schirmbeck, Tourismus-Direktorin von St. Peter-Ording, den Gremien Anfang Dezember.

Der neusten Berechnung zufolge belaufen sich die Kosten für den Bau der neuen Strandbar auf 4,5 Millionen Euro netto und liegen damit auf dem Niveau der Schätzungen, die im Mai 2022 erstellt wurden. Ein Kredit für die Finanzierung des Neubaus ist nicht erforderlich, er wird aus liquiden Mitteln der Tourismus Zentrale finanziert.

Der Umzug der bekannten Strandbar 54° Nord ist erforderlich, weil der jetzige Pfahlbau bei Flut permanent im Wasser steht. Das greift die Holzpfähle an und sorgt dafür, dass das Gebäude an Standfestigkeit verliert. Um auch in Zukunft ein attraktives gastronomisches Angebot direkt am Ordinger Strand sicherzustellen, wird der Kultpfahlbau 245 Meter östlich seines bisherigen Standortes neu errichtet.

Zeichnung Strandbar 54° Nord 1 ©Limbrecht Jensen Rudolph Architekten

Zeichnung Pfahlbaurestaurant Strandbar 54 ° Nord

Die statische Konstruktion des neuen Stelzenbaus entspricht im Wesentlichen der des Mehrzweckgebäudes, das bereits 2018/19 wegen des steigenden Meeresspiegels umziehen musste. Zur Lastübertragung werden Stahlrohrpfähle in den Strandboden eingebracht. Darüber wird eine Holzkonstruktion aus Stützen, Balken und Querstreben errichtet. Auf der rund sieben Meter hohen Plattform entsteht ein zweigeschossiges Gebäude in Holzrahmenbauweise mit Flachdach, Außenterrassen und Außenlager.

Hier wird die Strandbar 54° Nord ihr neues Zuhause finden. Der jetzige Pächter Uwe Kirchner wird den Gastronomiebetrieb in den neuen Räumlichkeiten weiterbetreiben. Der Kioskbetrieb soll ebenfalls fortgeführt werden. Das Restaurant kann an dem neuen Standort ganzjährig betrieben werden.

„Der Entwurf des Architektenbüros Limbrecht, Jensen und Rudolph setzt alle Naturschutz-Auflagen um, berücksichtigt Nachhaltigkeits-Aspekte und hat das Optimale aus der Fläche herausgeholt. Die neue Strandbar 54° Nord wird das neue Highlight am Ordinger Strand“, sagt Katharina Schirmbeck, Tourismus-Direktorin von St. Peter-Ording.

Zeichnung Strandbar 54°Nord 2 ©Limbrecht Jensen Rudolph Architekten

Zeichnung Pfahlbaurestaurant Strandbar 54 ° Nord

Wie im Strandentwicklungskonzept vorgegeben, wird sich der neue Pfahlbau in seiner Fläche nicht wesentlich verändern. Um dem gestiegenen Bedarf an Lagerflächen und Sozialräumen ohne räumliche Reduzierung des gastronomischen Betriebs Rechnung zu tragen, wird das neue Gebäude zweistöckig. Da die Gesamthöhe von 13 Metern nicht überschritten werden darf, erhält die neue Heimat der Strandbar 54° Nord kein Sattel-, sondern ein Flachdach.

Dass der neue Pfahlbau mitten im Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer mehr als 200 Meter landeinwärts errichtet wird, ist den klimatischen Veränderungen geschuldet. Die Wasserkante am Ordinger Strand rückt jedes Jahr rund acht Meter näher. Folgt man aktuellen Berechnungen auf Grundlage der Veränderungen der vergangenen fünf Jahre, wäre der Bau auf Stelzen an seinem neuen Standort voraussichtlich 20 Jahre sicher und seine Standhaftigkeit gewährleistet.

Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) hatte sich für den Standort ausgesprochen. In dem Gebiet ist aufgrund der ungünstigen Habitatbedingungen nicht mit Brutvögeln zu rechnen. Auch andere Tierarten werden hier nicht beeinträchtigt. Bei der Beleuchtung des Gebäudes werden vogel- und insektenfreundliche Lichter eingesetzt.

Mit der Errichtung der neuen Strand-Location soll nach der Wintersturmflutsaison im April 2023 begonnen werden. Die Bauzeit wird voraussichtlich ein Jahr betragen. Bis zur Eröffnung der neuen Strandbar 54° Nord kann der alte Pfahlbau, dessen Standhaftigkeit Statiker im Frühjahr überprüfen, weiter genutzt werden.

Quelle TZ SPO/ Foto: Copyright: ©Architektenbüros Limbrecht, Jensen und Rudolph