Für Eduardo Pampinella ist die Region eine Quelle der Inspiration

Wenn der Fotograf und Designer Eduardo Pampinella spazieren geht, dann selten ohne Kamera, denn die Hafenstadt im Herzen Eiderstedts und vor allem das Eidersperrwerk haben es dem Argentinier angetan.
Doch seine ersten Berührungspunkte mit Deutschland führten ihn genau in die andere Ecke. Gerade einmal 17 Jahre alt war er, als er im Rahmen des ersten internationalen Kulturaustausches zwischen beiden Ländern für sechs Monate ins Allgäu und nach München kam. Seine guten Deutschkenntnisse verdankt er dem Besuch einer deutschen Schule in seinem Heimatland und seiner Berliner Mutter.

Die Faszination für das fremde Land war sofort da, aber dennoch galt es erst einmal eine Ausbildung zu absolvieren. In Buenos Aires studierte er Fotografie und Design, dazu kam noch ein Studium der Medizin. Doch Deutschland ließ ihn nicht los, zumal sich die politischen Gegebenheiten in seinem Heimatland veränderten. „Die Lage war brisant. Da habe ich die Koffer gepackt“, sagt er. Der Weg führte ihn wieder in die bayrische Landeshauptstadt. „Und ich wollte meinen Aufenthalt mit Berlin abrunden.“
Diese Berliner Jahre waren ab 1985 vor dem Mauerfall sehr interessant, die Insellage der jetzigen Hauptstadt hatte einen besonderen Reiz. Aktiv arbeitete er zwölf Jahre lang im Kulturverein Kreuzberg mit. Der internationale Austausch, die Menschen, all das war spannend. Pampinella leitete dort auch die Fotografie-Abteilung und lernte auf Reisen viele besondere Städte in der ganzen Welt kennen.
Später führte ihn der berufliche Werdegang nach Hamburg und aus familiären Gründen pendelte er zwischen der Hansestadt und Berlin.
Durch Freunde kam er nach Kiel und letztlich durch viele Kunden, für die er als Grafikdesigner und Gestalter von Internetauftritten gearbeitet hat, auch nach St. Peter-Ording und nach Husum.
Die Fotografie hatte er inzwischen weitgehend aufgegeben.
Als er eines Tages Tönning besuchte, da meldete sich sein Bauchgefühl. „Der Charme der kleinen Stadt hat mir sehr gefallen“, sagt er. Daraus sind inzwischen mehr als fünf Jahre Aufenthalt in einer Wohnung in Hafennähe geworden.

Eidersperrwerk bei Nacht

Besonders angetan hatte es ihm von Beginn an das Eidersperrwerk. „Ich war fasziniert, ich konnte nicht aufhören zu fotografieren. Es war ein goldenes Willkommen.“

Nun kann zwar jeder mit einer Kamera „Klick“ und sehr gute Naturaufnahmen machen, aber das ist für Eduardo Pampinella nur eine Vorstufe zu seinen Arbeiten.
Er inszeniert seine Motive, sucht nach anderen Blickwinkeln und lässt die Bilder Geschichten erzählen. Zum Einsatz kommt dabei sowohl die Infrarot-Kamera als auch seit einigen Jahren eine Drohne, für die er eine offizielle Flugerlaubnis hat.
Und der Feinschliff erfolgt in der Fotobearbeitung am PC und so erfahren alltägliche Dinge eine künstlerische Aufwertung und Verfremdung, die den Betrachter staunen lassen.
Der triste Asphaltguss des Eidersperrwerks mutiert zum Eindruck einer Wüstenlandschaft mit einem Windrad als Eyecatcher. Die Hafenspitze Tönnings bekommt in der blauen Stunde eine fast mystische Stimmung. Die Namen für seine Bilder sind mal deutsch, englisch, französisch oder spanisch. Das gebe das Bild ihm meist vor, so der Fotokünstler.
Sein Hauptberuf ist allerdings immer noch Grafikdesigner. Er liebt klassische Formen für Logos und Printarbeiten, wie etwa die Broschüre Tönnings zum Leitbild 2030, die er mit seiner Firma Design Bar gestaltet hat.
Doch für den Fotokünstler ist Eiderstedt ein Füllhorn der Motive und Möglichkeiten.
Ob Fotogeschichte, Bewegtfoto oder Video – die Ideen gehen ihm nicht aus. Die nächste Ausstellung auf der Halbinsel wird am Sonntag, 13. Mai, im Alten Rathaus in Garding, auf Einladung des Vereins Kunstklima, eröffnet und dort sechs Wochen zu sehen sein.
Text: Petra Blume

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Tönning
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Eider-Kurier (Redaktion)

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