Vom widrigen Wetter der vergangenen Wochen lassen sie sich nicht beeindrucken: Die Brutvögel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer widmen sich derzeit, je nach Art, der Partnersuche, der Nest- und Koloniebildung – oder bereits der Pflege des Nachwuchses. „Trotz der niedrigen Temperaturen liegt das Brutgeschehen bei den meisten im Zeitplan“, hat der Nationalpark-Ranger Martin Kühn beobachtet.

Mit als erste beginnen die Graugänse mit der Eiablage und führen darum bereits seit Anfang April Junge, vor einigen Tagen wurde der erste Kiebitznachwuchs gesichtet. „Auch bei den Sandregenpfeifern dürften sich in diesen Tagen Küken einstellen“, so der Vogelexperte der Nationalparkverwaltung Bernd Hälterlein.

Ranger Martin Kühn hat Mantelmöwen auf Nestern sitzen sehen, auch Silber- und Heringsmöwen haben fertige Gelege. Bei den Brandseeschwalben haben sich die Kolonien weitgehend formiert, andere Seeschwalbenarten sind noch mit dem Kolonieaufbau beschäftigt.

Aber warum hat die Witterung offenbar so wenig Einfluss auf das Brutverhalten der Vögel? Die Antwort: Partnerwerbung, Nestbau und Eiablage werden im Wesentlichen von der Hormonausschüttung bestimmt, und die wiederum ist von der Tageslichtlänge abhängig.

Verschiedene Möwen- und Seeschwalbenarten, Sand- und Seeregenpfeifer, Austernfischer, Säbelschnäbler, Rotschenkel, Brandgänse, Eiderenten und, und, und …: In den kommenden Monaten wird der Nationalpark zur Kinderstube für viele gefiederte Teilzeitbewohner, die in dieser sensiblen Zeit besonders auf Rücksichtnahme durch den Menschen angewiesen sind. Insgesamt ziehen fast 100.000 Vogelpaare in den Salzwiesen, an Stränden und in den Dünen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ihren Nachwuchs groß.

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Tönning
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Eider-Kurier (Redaktion)

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